Die Ultraschall-Leckortung findet undichte Stellen, indem sie die hochfrequenten Schallwellen erfasst, die entstehen, wenn ein Medium wie Wasser, Luft oder Gas unter Druck durch ein Leck entweicht. Ein Ultraschalldetektor wandelt diese für das menschliche Ohr unhörbaren Geräusche in einen hörbaren Ton oder ein Anzeigesignal um und lokalisiert so das Leck zerstörungsfrei, ohne dass Wände vorsorglich aufgestemmt werden müssen.
Ein verstecktes Leck in einer Leitung kann lange unbemerkt Wasser abgeben und so Feuchteschäden und Schimmel verursachen. Die Ultraschalltechnik ist eines der wirksamsten Verfahren, um die undichte Stelle punktgenau zu finden, bevor Bausubstanz geöffnet wird. Wie sie funktioniert, wo sie sich von der akustischen Leckortung unterscheidet und wo sie an ihre Grenzen kommt, erklären wir hier.
Wie funktioniert die Ultraschall-Leckortung?
Entweicht ein Medium unter Druck durch eine undichte Stelle, entstehen dort Verwirbelungen, die hochfrequente Schallwellen im Ultraschallbereich abgeben. Diese Frequenzen liegen oberhalb der menschlichen Hörgrenze. Ein Ultraschalldetektor besteht aus einem empfindlichen Sensor, der diese Wellen aufnimmt, und einer Elektronik, die sie in einen hörbaren Ton oder eine visuelle Anzeige umwandelt. Je näher der Sensor an der Leckstelle ist, desto stärker und klarer wird das Signal, sodass sich die undichte Stelle eng eingrenzen lässt.
Was macht das Verfahren so präzise?
Weil das Leckgeräusch direkt an der Austrittsstelle am lautesten ist, kann der Techniker die Position durch systematisches Abtasten sehr genau bestimmen. Moderne Geräte filtern Störgeräusche heraus und richten den Sensor gerichtet aus, sodass sich auch in lauter Umgebung das relevante Signal isolieren lässt.
Ultraschall oder akustische Leckortung: der Unterschied
Beide Verfahren hören auf Geräusche, arbeiten aber unterschiedlich. Die klassische akustische Leckortung nutzt ein Boden- oder Körperschallmikrofon, das die Strömungsgeräusche einer druckführenden Leitung über das Rohrmaterial und angrenzende Bauteile abhört, oft über eine gewisse Distanz durch Estrich oder Erdreich hindurch. Die Ultraschall-Leckortung erfasst dagegen Frequenzen oberhalb der menschlichen Hörgrenze direkt an oder nahe der Leckstelle. Das macht sie besonders geeignet für zugängliche Leitungen sowie für Druckluft- und Gassysteme, während die akustische Ortung ihre Stärken vor allem bei druckführenden Wasserleitungen unter Boden oder Estrich ausspielt. In der Praxis ergänzen sich beide Verfahren, welches zuerst zum Einsatz kommt, entscheidet der Techniker nach Leitungsart und Zugänglichkeit vor Ort.
Welche Vorteile bietet die Ultraschall-Leckortung?
- Zerstörungsfrei: Es müssen keine Wände, Böden oder Decken auf Verdacht geöffnet werden.
- Präzise: Auch kleine Lecks lassen sich punktgenau orten, was unnötige Aufbrucharbeiten vermeidet.
- Schnell: Das Signal liegt in Echtzeit vor, sodass die Ortung zügig erfolgt.
- Vielseitig: Das Verfahren funktioniert bei Wasser-, Druckluft- und Gassystemen.
Diese Vorteile machen die Ultraschalltechnik zu einem festen Bestandteil der professionellen Leckageortung.
Wo wird die Ultraschall-Leckortung eingesetzt?
- Gebäudetechnik: Aufspüren von Lecks in Trinkwasser-, Heizungs- und Druckleitungen sowie an Klima- und Lüftungsanlagen.
- Druckluftsysteme: Aufdecken von Leckagen in Kompressoranlagen.
- Fenster und Gebäudehülle: Auffinden von Undichtigkeiten, durch die Luft entweicht.
Wann reicht Ultraschall nicht, und was kombiniert man?
Ultraschall ist stark, wenn ein Medium unter Druck hörbar entweicht. Bei sehr kleinen Leckmengen, drucklosen Systemen oder tief liegenden Schäden stößt das Verfahren an Grenzen. Deshalb arbeiten Profis mit einem Methodenmix:
- Akustische Leckortung mit Boden- oder Körperschallmikrofon, wenn die Leitung im Boden oder unter Estrich verläuft.
- Thermografie macht Temperaturunterschiede sichtbar, etwa bei Lecks in warmen Heizungsleitungen.
- Feuchtemessung grenzt durchfeuchtete Bereiche ein und bestätigt den Schadensumfang.
- Tracergas wird in die Leitung eingeleitet und an der Austrittsstelle nachgewiesen, ideal bei kleinsten oder drucklosen Lecks.
Erst die Kombination dieser Verfahren macht die Ortung auch bei schwierigen Schäden zuverlässig. Einen Überblick über alle Methoden gibt unser Ratgeber Leck in der Wasserleitung finden.
Wer trägt die Kosten der Leckortung?
Bei einem versicherten Leitungswasserschaden übernimmt in der Regel die Gebäudeversicherung die Kosten der Leckortung, da die Ortung Voraussetzung für die Reparatur und Sanierung ist. Was die Höhe beeinflusst, sind nicht pauschale Preise, sondern Faktoren wie die Lage des Lecks, die Zugänglichkeit und die nötige Methodenkombination. Eine belastbare Einschätzung gelingt nur vor Ort, und eine saubere Dokumentation des Befunds erleichtert die Abwicklung mit der Versicherung.
Verstecktes Leck vermutet? Lassen Sie es zerstörungsfrei orten
ROHTEC ist TÜV-Rheinland-zertifizierter Fachbetrieb mit über 198 Bewertungen (4,90 von 5) und ortet Lecks mit zerstörungsarmen Verfahren im Rhein-Main-Gebiet. Bei einem akuten Wasserschaden erreichen Sie unseren 24h-Notdienst rund um die Uhr. Mehr dazu auf unserer Seite zur Leckageortung, oder fordern Sie über unser Kontaktformular einen Termin an.
Häufige Fragen
Kann man ein Leck orten, ohne die Wand aufzustemmen?
Ja. Die Ultraschall-Leckortung erfasst die Geräusche des austretenden Mediums und lokalisiert das Leck zerstörungsfrei von außen. So wird die undichte Stelle punktgenau bestimmt, bevor Bausubstanz geöffnet wird.
Worin unterscheidet sich Ultraschall von der akustischen Leckortung?
Die akustische Leckortung mit Boden- oder Körperschallmikrofon hört das Strömungsgeräusch, das sich über Rohr und Erdreich fortpflanzt, meist bei Druckleitungen im Boden oder unter Estrich. Ultraschall erfasst dagegen Frequenzen oberhalb der Hörgrenze direkt am Leck und eignet sich zusätzlich für Druckluft- und Gassysteme sowie zugängliche Leitungen.
Funktioniert Ultraschall bei jedem Leck?
Nein. Ultraschall ist stark, wenn ein Medium unter Druck hörbar entweicht. Bei sehr kleinen Leckmengen, drucklosen Systemen oder tief liegenden Schäden kombiniert man es mit Thermografie, Feuchtemessung oder Tracergas.
Zahlt die Versicherung die Leckortung?
Bei einem versicherten Leitungswasserschaden übernimmt in der Regel die Gebäudeversicherung die Leckortung, da sie Voraussetzung für die Reparatur ist. Die Höhe hängt von Lage, Zugänglichkeit und Methodenkombination ab.
